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Akupunktur

Die Akupunktur ist eines von 5 Teilgebieten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie ist eine etwa 4500 Jahre alte Heilmethode bei der Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers in die Haut gestochen werden. Durch diesen Reiz wird eine Kaskade von chemischen Reizen ausgelöst, mit der die Eigenregulation (auf neuronaler, vegetativer und endokriner Ebene) des Körpers gezielt beeinflusst werden kann. Die Reizung definierter Hautareale kann somit eine heilende Wirkung auf den Organismus ausüben.

Die weiteren Teilgebiete der TCM  welche ausserdem in der Veterinärmedizin eingesetzt werden können sind Diätetik und Kräuterheilkunde. In der Humanmedizin kommen zudem Qi Gong (Atemtechnik)  und Massage zum Einsatz.


Qi

In der chinesischen Denkweise besteht die Vorstellung einer universellen Lebenskraft, auch Lebensenergie „Qi“  genannt. Sie gilt als die Grundlage allen Lebens, ständig in Bewegung, fliessend und Veränderungen hervorbringend. Jede Verlangsamung oder Stagnation dieses Flusses bedeutet demnach eine Störung der Lebensvorgänge.

Die Lebensenergie Qi fliesst in den Meridianen (vorstellbar als „Leitungsrohre“) die wie ein Netzwerk den Organismus über- und durchziehen. Wenn das Qi nicht mehr ungehindert und frei fliessen kann, also wenn es stagniert, kommt es zur Ausprägung von Krankheiten. Diese „Staus“ in den Meridianen können vom Akupunkteur ertastet und mit dem gezielten setzen einer Akupunturnadel aufgelöst werden.

In „unserer“ westlichen Medizin werden Krankheiten in Massen ausgedrückt, das heisst, es wird gemessen, gewogen, gezählt, etc. Im Zentrum der Untersuchung stehen die Befunde, die zusammengefügt eine Diagnose ergeben. Im Unterschied dazu steht in der chinesischen Medizin das Befinden des ganzen Individuums im Mittelpunkt, also der Patient mit all seinen Problemen, Emotionen, vitalen Körperfunktionen, Umwelteinflüssen, etc.

Deshalb ist die Akupunktur eine ganzheitliche Therapie, in der das Tier in seiner Gesamtheit und im Einklang mit der Psyche betrachtet wird.

Wie entstehen Krankheiten?
Die äussere Umwelt (z.B. Klima) sowie das direkte Umfeld (innere Faktoren, z.B. Emotionen) beeinflussen das Mikroklima des Körpers. Als krankmachende (pathogene) Faktoren können sie zu Symptomen führen, die sich erst nur als Befindlichkeitsstörungen zeigen, bevor sich daraus eine Krankheit entwickelt. Der Körper versucht über längere Zeit bestehende  Missstände einzudämmen, indem er nach und nach immer mehr Schalen um seine Grunderkrankung herum aufbaut. Bei der Therapie müssen sehr oft diese Schalen erst schrittweise abgetragen werden, bevor die eigentliche Grunderkrankung zum Vorschein kommt und behandelt werden kann.  Dies kann mehrere Behandlungen über einen längeren Zeitraum erfordern.

Anwendungsmöglichkeiten der Akupunktur

  • chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates (Arthrosen, Spondylosen, „Kissing Spines“, Hüftgelenkdysplasie, Bandscheibenvorfall, etc…)
  • Innere Krankheiten wie chronische Bronchitis, Stoffwechselerkrankungen, Unfruchtbarkeit, Inkontinenz
  • Hauterkrankungen, Allergien, Fell- und Hautprobleme
  • Psychische und psychosomatische Befindlichkeitsstörungen (Reizbarkeit, Angstzustände, Verlust der Lebensfreude)
  • postoperative Rehabilitation (schnellere Genesung durch Stärkung der Immunabwehr)
  • irreversible Veränderungen (Degenerationen), Infektionskrankheiten, Tumore: Akupunktur als nebenwirkungsfreie Begleitmassnahme um den Körper zu unterstützen und zu stärken


Akupunktur als Gesundheitsvorsorge

Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet der Akupunktur liegt in der Prävention von Krankheiten. Schon lange bevor eine Krankheit ausbricht treten Veränderungen am Tier auf. Schleimhaut, Pulsqualität und manchmal auch die Psyche können sich verändern. Für Sie als Tierbesitzer bedeutet dies dass sich eine Stagnation der Lebensenergie Qi anbahnt. Durch die gezielte Stimulation von bestimmten Steuerungspunkten kann der Energiefluss wieder harmonisiert werden.


Ablauf der Akupunkturbehandlung

Zu Beginn und vor der eigentlichen Untersuchung des Patienten wird eine Anamnese erstellt. Neben dem Vorstellungsgrund und der spezifischen Probleme werden diverse wichtige Informationen (Charaktertyp und Wesen, Verhalten mit anderen Tieren und zu Menschen, Körperkonstitution, Bewegungspensum,  Fressverhalten etc.) erfragt.

Es folgt ein Untersuchungsgang bei dem das äussere Erscheinungsbild mit Haarkleid und Haut, die Pulsqualität, Schleimhaut und Speichelqualität festgehalten wird. Ausserdem werden so genannte Zustimmungs- und Alarmpunkte auf ihre Reaktivität abgetastet. Das sind Punkte die auf verschiedenen Meridianen liegen und jeweils eine Aussage erlauben über den Zustand der Lebensenergie Qi.

Nach dem Sammeln dieser Hinweise wird ein so genanntes „Disharmoniemuster“  erörtert (zwar unvollständig, aber in gewisser Hinsicht vergleichbar mit der Diagnose einer Krankheit im westlichen Sinne).  Auf Grund dieses Disharmoniemusters werden dann die Punkte ausgewählt welche zur Therapie genadelt werden.

Eine so beschriebene Sitzung dauert ca. 45 Minuten.